Wormser Theater, Kultur und Tagungszentrum trotz aktueller Schließung stimmungsvoll in Szene gesetzt

Frank Schumann
WOAltb

Kunstausstellung „AugenBlicke“ in Fensterfronten des Neubaus präsentiert / Skulpturen, Theaterpräsentation & Videoinstallation schmücken Altbau-Fenster

Eigentlich hätte in Kürze die Vernissage von Christine Friedrichs Ausstellung „AugenBlicke“ im Wormser Kulturzentrum stattfinden sollen. Aufgrund der momentanen Situation und der aktuellen Verordnung des Landes können die Kunstwerke nun nicht wie geplant ausgestellt werden. Kurzerhand hat das verantwortliche Team des Wormsers deshalb gemeinsam mit der Künstlerin beschlossen, ihre Bilder in den großformatigen Fensterfronten des Neubaus zu präsentieren, die in den Abendstunden stimmungsvoll beleuchtet werden. Ihre Werke beschreibt Christine Friedrich als „Bilder, die mich bewegt haben, im Alltag, auf Reisen, in den Medien: Ein junges Mädchen, posierend auf einer Brücke in Budapest, ein gedankenverlorener Blick oder ein prächtiger Blumenstrauß.“ Der Einsatz von Tusche auf Leinwand als Hauptmalmittel ermöglicht ausgewogene Farbmischungen und prägnante Hell-Dunkel-Kontraste, die eine dreidimensionale Wirkung erzeugen. Zur Ausstellung ist im Worms Verlag ein Katalog erschienen. Wer Interesse an einem Katalog hat, kann sich an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden.
„Auch, wenn das Wormser geschlossen ist, möchten wir weiterhin „stattfinden“ und im wahrsten Sinne des Wortes ein kleiner Lichtblick sein. Wir wollen ein Zeichen setzen. Das liegt mir und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr am Herzen“, betont Sascha Kaiser, Geschäftsführer der Kultur und Veranstaltungs GmbH (KVG), die das Wormser betreibt: „Unser Team hat das Haus wunderbar in Szene gesetzt. Wir hoffen, dass wir Wormsern und Besuchern der Stadt damit eine Freude bereiten.“
Nicht nur die Ausstellung von Christine Friedrich „schmückt“ aktuell das Wormser. In den Fenstern des Altbaus werden neben dem Theatereingang Werke eines weiteren Wormser Künstlers präsentiert: Im vergangenen Jahr hatte Eckhard Schembs im Wormser bereits unter dem Titel „Füße aus Stahl“ ausgestellt und zeigt diesmal eine Auswahl seiner Skulpturen. Schembs ließ sich vor allem von seinen Aufenthalten in Afrika inspirieren. In den Straßen von Ouagadougou lernte er von den Bronzegießern und kreiert seither seine einzigartigen Figuren. Ebenfalls von Schembs stammt der „Seiltänzer“, eine Figur, die in luftiger Höhe abends eindrucksvoll ihren Schatten an den Theaterturm wirft.
Darüber hinaus kann man einen spannenden Einblick in die bewegte Geschichte des Theaters gewinnen: Vitrinen mit Bildern, historischen Aufnahmen oder Gästebücher von 1966 machen eine kleine „Zeitreise“ möglich. Diese kleine Präsentation wird, wie die Skulpturen von Eckhard Schembs, in den Abendstunden beleuchtet.
Im Rahmen von „Kunst am Bau“ ist 2013 die Video-Installation „Person“ entstanden, die das Wormser in seiner Gesamtheit einfängt und auch im Theaterbau zu sehen ist. Patrik Gölz und Volker Metzger – zwei Söhne der Stadt – nehmen dabei verschiedene Rollen ein. Gölz zeigt einen Darsteller, Volker Metzger, dessen Handlungen zunächst spielerisch und willkürlich erscheinen. Sobald der Betrachter diese Handlungen aber mit dem Gebäude in Verbindung bringt, ist das Gezeigte alles andere als zufällig: In den Handlungen erkennt man zum Teil symbolisch, aber auch ganz direkt das Wormser, seine architektonischen Gegebenheiten, seine Verknüpfung zur städtischen Historie sowie dem Zuschauer als Teil des Ganzen.