Mannheim: 1.FC Schweinfurt 05 – SV Waldhof 2:3

Mannheim: 1.FC Schweinfurt 05 – SV Waldhof 2:3

Autofahne Kopie CopyWaldhof gibt zweimal die Führung her, gewinnt aber am Ende doch noch 3:2
(GM) Das Spiel in Schweinfurt verlief genau, wie es Waldhof-Trainer Luc Holtz erwartet hatte: Schweinfurt braucht dringend Punkte und wird alles geben, daher wird seine Mannschaft das Maximum aus sich herausholen müssen, um Zählbares zu erreichen. Zweimal gab der Waldhof eine Führung her und versäumte es frühzeitig, den Sack zuzumachen. Zum Glück konnte der zweite Treffer von Terrence Boyd, der dem Waldhof auch die erste Führung beschert hatte, erfolgreich verteidigt werden und so stand am Ende ein zwar verdienter Sieg, bei dem es der Waldhof aber unnötig spannend gemacht hatte.

Im Gegensatz zum Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden, blieben Diakhaby, Iwe und Yigit zunächst draußen, dafür rückten Michel und Shipnoski in die Startelf zudem stand der genesene Ferati bei Anpfiff auf dem Platz.

Der Waldhof startet gut in die Partie und holt sich bereits in der zweiten Minute den ersten Eckball, der jedoch nichts einbringt. Aber die nächste gute Möglichkeit wird gleich zur Führung genutzt. Ein Fehler im Spielaufbau der Schweinfurter bringt den Waldhof in Ballbesitz, Ferati leitet klasse per Hacke auf Okpala weiter, der quer zum gegnerischen Strafraum zum Solo ansetzt und mit links abzieht. Schweinfurts Torhüter Stahl kann nur abklatschen, Boyd steht goldrichtig und hat keine Mühe, den Ball über die Linie zu drücken – 0:1, in der vierten Minute.

In der Folge ist Schiedsrichter Hilsberg der auffälligste Akteur auf dem Platz; kurz hintereinander zeigt er zuerst Klünter und wenig später Schweinfurts Geis die Gelbe Karte, für Aktionen, bei denen ein Freistoß genügt hätte. Die Verwarnung für Sechelmann, in der 19. Minute war dagegen berechtigt. Zehn Minuten später sieht auch Okpala Gelb, weil er sich zu Recht beklagt hatte, dass ihn Doktorczyk gefoult hatte und dann auch noch nach dem Ball stocherte, der unter dem Waldhöfer – wobei die Pfeife des Unparteiischen stumm geblieben war (29.).
Seltsamerweise hatte sich der Waldhof nach der frühen Führung zurückgezogen und den Gastgebern das Spiel weitgehend überlassen.

Gegen Ende der ersten Halbzeit hat Schweinfurt deutlich mehr vom Spiel, aber noch hat die Abwehr der Waldhöfer alles im Griff, auch weil dem Tabellenletzten in Torraumnähe die entscheidende Idee fehlt. Bis zum Pausenpfiff hat die Führung der Kurpfälzer Bestand.

Zum zweiten Spielabschnitt kommen bei der Mannschaft von Luc Holtz zwei frische Spieler in die Partie; Diakhaby und Rieckmann ersetzen Ferati und Sietan. Wie zu Beginn des Spiels hat der Waldhof auch zu Beginn der zweiten Halbzeit die erste Chance, doch dieses Mal bleibt Stahl Sieger beim Abschluss von Okpala (49.). Drei Minuten später steht es dann 1:1. Die Waldhöfer Abwehr steht dabei etwas zu hoch, wird durch einen Pass von Dellinger überspielt, der Ball kommt zu Wintzheimer und der bedient den am zweiten Pfosten freistehenden Celebi, der – unglaublich – aus kurzer Distanz den Ball sogar noch an den Pfosten setzt, den Abpraller kann er dann jedoch problemlos zum Ausgleich einschieben (52.).

Der Stadionsprecher feiert den Treffer lautstark und lang anhaltend und währenddessen geht der Waldhof erneut in Führung. Vom Anstoß weg geht Okpala auf dem linken Flügel auf und davon, könnte in die Mitte auf Boyd spielen, macht es aber gegen mehrere Gegenspieler selbst, bleibt auch noch vor Stahl cool und netzt flach zum 1:2 ein. Der Stadionsprecher musste sein Mikrofon nach dem Ausgleich gar nicht erst ausschalten und konnte direkt die erneute Waldhöfer Führung verkünden (53).

Doch auch nach der schnellen Antwort, gelingt es dem Waldhof nicht, das Spiel zu kontrollieren. Die Partie war geprägt von vielen Zweikämpfen, entsprechend oft unterbrochen von Freistößen, Wechseln - und weiteren Gelben Karten. In der 55. Minute gab es Gelb für den eingewechselten Rieckmann und in der 60. Minute war auf Schweinfurter Seite Wintzheimer an der Reihe. Dazwischen hatte Boyd die Chance auf das 1:3., verfehlte jedoch den Ball bei einem Scherenschlag (57.) zudem wurde Shipnoski von Iwe ersetzt (59.).

Schweinfurt vollzieht dann einen Doppelwechsel, Dellinger und Doktorczyk gehen vom Feld, Tranziska und Langhans kommen neu im Spiel (65.) und direkt darauf gibt es die nächste Gelbe Karte, für einen Einsatz von Krätschmer, den der Schiedsrichter als taktisches Foul wertet (66.). Kurz darauf hat Okpala die Riesenchance zum 1:3, nach einer Maßflanke von Boyd, die der Waldhof-Youngster per Kopf aus wenigen Metern neben das Tor setzt (68). Was hätte wohl Boyd in dieser Situation aus einer Flanke von Okpala gemacht?

In der 74. Minute kommt auch der eingewechselte Tranziska in den Genuss einer Gelben Karte und zwei Minuten später kommt Schweinfurt eher überraschend zum zweiten Ausgleich. Und wieder hilft das Aluminium. Nach einer Flanke von Celebi schraubt sich Tranziska hoch, köpft an die Querlatte, im Fallen kann Sechelmann per Kopf den Ball nicht genügend aus der Gefahrenzone befördern, Krätschmer steht frei und drischt den Ball über Nijhuis zum 2:2 ins Netz (76.).

Jetzt klappen beide Teams die Visiere hoch und suchen die Entscheidung. Beim Waldhof kommt dazu in der 80. Minute Masca für Michel ins Spiel (80.) und bei Schweinfurt machen sich Shuranov und Obiogumu bereit, um Zeller und Böhnlein zu ersetzen, doch ehe es zum Wechsel kommt, geht der Waldhof zum dritten Mal in Führung. Nach einem Eckball von Diakhaby setzt Boyd zum Flugkopfball an und markiert – auf seine besondere Art – das 2:3. Riesenjubel unter den zahlreichen mitgereisten Waldhöfer Fans.

Leider wird der Kopfballtreffer von Okpala, nach Flanke von Abifade, nur zwei Minuten später, nicht anerkannt, da die Fahne des Linienrichters hochgeht. In der 88. Minute geht Terrence Boyd vom Platz und Karbstein soll helfen, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Dann zeigt der vierte Unparteiische sieben Minuten Nachspielzeit an und in dieser macht es Schiedsrichter Hilsberg zweistellig – Masca sieht die 10. Gelbe Karte der Begegnung (93.). Und dann kommt der große Moment von Waldhof-Keeper Thijmen Nijhuis, der einen platzierten Schuss von Tranziska, Richtung rechtes Dreieck, mit einer Wahnsinnsparade aus dem Winkel angelt, den Schweinfurtern den Jubel im Halse stecken lässt und dem Waldhof den Sieg festhält. Es bleibt bis zum Abpfiff beim 2:3.

Wie bereits gegen Wehen Wiesbaden ist Luc Holtz mit dem Ergebnis mehr zufrieden als mit dem Spiel seiner Mannschaft – aber Hauptsache gewonnen.

1.FC Schweinfurt 05 – SV Waldhof Mannheim 2:3 (0:1)
Schweinfurt: Stahl - Doktorczyk (64 Langhans), Meißner, Zeller (86. Shuranov), Krätschmer, Böhnlein (86. Obiogumu), Geis, Celebi, Endres, Wintzheimer, Dellinger (64. Tranziska)
Waldhof: Nijhuis - Klünter, Hoffmann, Sechelmann, Abifade, Sietan (46. Rieckmann), Michel (80. Masca), Shipnoski (59. Iwe), Ferati (46. Diakhaby), Okpala, Boyd (88. Karbstein)
Tore: 0:1 Boyd (4.), 1:1 Celebi (52.), 1;2 Okpala (53.), 2:2 Krätschmer (76.), 2:3 Boyd (83.); Schiedsrichter: Sebastian Hilsberg; Zuschauer: 3.882