SVS feiert Heimsieg gegen Stuttgarter Kickers
Der SV Sandhausen gewann sein Heimspiel gegen den SV Stuttgarter Kickers mit 2:1 (2:1). Nach einem furiosen Start mit der frühen Führung durch Pascal Testroet und dem schnellen Ausgleich der Gäste brachte Louis Kolbe die Sandhäuser noch vor der Pause erneut in Front. Im zweiten Durchgang verteidigte der SVS den knappen Vorsprung mit großem Einsatz gegen die druckvoll auftretenden Kickers.
Erste Elf im Heimspiel
Im Tor begann Lukas Schneller. Davor formierte sich eine Dreierkette mit Teoman Akmestanli, Kwabe Schulz und Ken Gipson. Auf den Außenbahnen besetzten Phil Halbauer die linke und Luis Kolbe die rechte Schiene. Im zentralen Mittelfeld bildeten Niklas Tarnat und Berk Inaler die Doppel-Sechs, während Jahn Herrmann und David Mamutovic als Spielmacher agierten. In der Spitze führte Kapitän Pascal Testroet den Angriff an.
Frühe Führung und schneller Ausgleich
Beide Teams starteten temporeich in die Partie und suchten früh den Weg nach vorne. Der SVS setzte über die rechte Seite die erste Duftmarke: Eine Flanke wurde geblockt, ebenso der folgende Versuch von Halbauer, doch der Ball landete im Rückraum. Von dort brachte Akmestanli die nächste Hereingabe auf Testroet, der per Kopf platziert ins rechte Eck traf – sein 13. Saisontreffer und die frühe Führung für Sandhausen (3.).
Die Antwort der Gäste folgte prompt. Ein Ball konnte im Sandhäuser Strafraum nicht konsequent geklärt werden, Berisha war zur Stelle und schloss flach ins rechte Eck ab. Es war der schnelle Ausgleich zum 1:1 (5.). Dennoch blieb der SVS gut im Spiel, zeigte ansprechende Offensivaktionen und sehenswerte Kombinationen.
Mit zunehmender Spieldauer setzten die Stuttgarter den SVS früher unter Druck, wodurch das Offensivspiel der Heimmannschaft phasenweise ins Stocken geriet. Die Kickers eroberten immer wieder Bälle in der Sandhäuser Hälfte, blieben im letzten Drittel aber weitgehend ungefährlich. Auf der anderen Seite scheiterten vielversprechende Umschaltmomente des SVS regelmäßig am letzten Pass oder an knappen Abseitsstellungen, sodass die Gäste in dieser Phase etwas mehr vom Spiel hatten.
Kolbe stellt den alten Abstand wieder her
Dann ging Sandhausen erneut in Führung: Nach einer sehr starken Drehung von Kapitän Testroet im Mittelfeld schickte er Kolbe mit einem feinen Pass in die Spitze. Kolbe setzte sich im Laufduell gegen die Stuttgarter Abwehr durch und schob den Ball am Torhüter vorbei ins Netz (32.).
Nur per Foul zu stoppen
Kurz danach boten sich die nächsten Möglichkeiten: Ein langer Abschlag von Schneller landete punktgenau bei Testroet, der den Ball am Strafraum festmachte und nur mit einem Foul gestoppt werden konnte (34.). Den fälligen Freistoß aus etwa 18 Metern brachte Halbauer druckvoll und flach auf das Tor, der Torwart konnte nicht festhalten, doch der SVS verpasste den Nachschuss nur knapp. Stuttgart konnte wenige Minuten vor der Pause aus einem Ballgewinn im Sandhäuser Aufbau kein Kapital schlagen (38.). In der Nachspielzeit klärte Gipson eine gefährliche Hereingabe der Kickers mit einer energischen Grätsche und sicherte so die Pausenführung.
Pfostenpech und viel Arbeit gegen den Ball
Nach dem Seitenwechsel gehörte die erste Großchance erneut dem SVS: Mamutovic zog von der Strafraumkante flach ab, sein Schuss prallte jedoch an den rechten Innenpfosten und zurück ins Feld – knapp am 3:1 vorbei (49.). Im weiteren Verlauf zeigte Sandhausen weiterhin großen Einsatz gegen den Ball, offensiv blieben beide Teams allerdings zunächst eher blass. Als Testroet einen langen Freistoß von Halbauer am langen Pfosten zurück ins Zentrum köpfte, gelang es der Offensive im Gewühl nicht, den Ball über die Linie zu drücken (60.). In der 67. Minute reagierte der SVS und brachte Robin Krauße für Herrmann in die Partie (67.).
Schneller und die Defensive retten den Sieg
Mit fortschreitender Spielzeit hatten die Stuttgarter mehr Ballbesitz, ohne dabei zunächst dauerhaft zwingend zu werden. Die wenigen guten Gelegenheiten der Gäste blockte der SVS mit vollem Körpereinsatz weg – exemplarisch warf sich Tarnat im Strafraum in einen Schuss und feierte den erfolgreichen Block anschließend sichtbar (73.). In dieser Phase suchten die Sandhäuser nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorne, das Mittelfeld wurde häufig von beiden Teams mit langen Bällen überspielt.
Stuttgarter Drangphase bis zum Schluss
Die Schlussphase war umkämpft, Stuttgart drückte auf den Ausgleich, während der SVS weiter auf Konter setzte. Die wohl besten Chancen der Stuttgarter vergab Unsold, als er nach einem steilen Zuspiel von Bach den Ball weit über das Tor schoss (79.). Kurz darauf bekam Unsold eine flache Hereingabe, die er aus kürzester Distanz über die Linie drücken musste, doch Luis Kolbe klärte in höchster Not auf der Linie (82.). Für frische Kräfte in der Offensive sorgte der Wechsel von Maximilian Wagner für Mamutovic (85.). Kurz darauf entschärfte Schneller einen Kopfball von Braig mit einer Glanzparade und hielt die Führung fest (86.). Die Vorentscheidung verpasste der SVS: Nach einem Solo von Halbauer verfehlte Krauße in der Mitte eine Hereingabe nur knapp (89.). In der Nachspielzeit verließ Halbauer den Platz, für ihn kam Pablo Zahnen Martinez in die Partie (90.+1). Trotz der Stuttgarter Drangphase in den Schlussminuten verteidigte der SVS den knappen Vorsprung entschlossen und brachte das 2:1 über die Zeit.
Letzter Akt in Kassel
Das letzte Spiel des SVS führt die Mannschaft nach Kassel: Am Samstag, den 6. Dezember, läuft die Partie beim KSV Hessen Kassel ab 14 Uhr.
SV Sandhausen – SV Stuttgarter Kickers 2:1 (2:1)
Sandhausen: Schneller – Akmestanli, Schulz, Gipson – Halbauer (Zahnen Martinez, 90.+1.), Tarnat, Inaler, Kolbe – Herrmann (Krauße, 67.), Mamutovic (Wagner, 85.) – Testroet
Tore: 1:0 Testroet (3.). 1:1 Berisha (5.). 2:1 Kolbe (32.); Schiedsrichter: Lukas Jungfleisch; Zuschauer: 2887
Stimmen zum Spiel:
Olaf Janßen, Cheftrainer: „Das war ein Regionalliga-Spiel auf sehr hohem Niveau mit enormer Intensität. Wir mussten unser Spiel unter großem Druck aufbauen. Bis zur 70. Minute war ich mit unserem Spiel mit Ball sehr zufrieden, danach wollten wir das Ergebnis nur noch über die Zeit bringen, haben nicht mehr gut verteidigt, viele Bälle verloren und kaum noch aufgebaut. In dieser Phase hätte auch ein Stuttgarter Tor fallen können. Aber nach all dem, was wir in der Hinrunde oft einstecken mussten, müssen wir uns für einen solchen Sieg heute ganz sicher nicht schämen.“
Louis Kolbe: “Das war eine sehr intensive Partie. Wir haben in der ersten Halbzeit viele Körner gelassen, viel Gas gegeben, viel Betrieb gemacht und sind aus meiner Sicht auch verdient in Führung gegangen. Dann ist es manchmal so, dass die Kräfte ein bisschen schwinden und Stuttgart noch mal richtig Druck macht. Wenn du dann wenig den Ball hast, werden die Beine schwer. Aber am Ende haben wir brutal verteidigt, da ist fast nichts mehr durchgekommen, höchstens ein paar harmlose Abschlüsse. Deswegen war der Sieg für mich absolut verdient. Vor ein paar Wochen hätten wir so ein Spiel wahrscheinlich noch aus der Hand gegeben. Jetzt wirkt das viel stabiler.“
Lukas Schneller: „Wir sind mit dem Treffer super gestartet, hatten am Anfang Probleme, weil die Kickers anders gepresst haben als erwartet. Mit den Bällen auf Pascal vorne hatten wir dann eine gute Lösung, dadurch kamen wir zu vielen Chancen. Beim schnellen Ausgleich muss ich den Ball wahrscheinlich fangen und darf nicht fausten. Trotzdem spielen wir weiter nach vorne und gehen verdient 2:1 in Führung, eigentlich müssen wir da schon nachlegen. In der zweiten Halbzeit hat das Verteidigen dann brutal Körner gekostet, gerade in der Schlussphase. Am Ende verteidigen wir als Mannschaft überragend, man merkt, dass sich bei uns etabliert hat, wie geil Verteidigen sein kann.“
SV Sandhausen 1916 e.V.