
Gebrauchter Tag für den SV Waldhof – deftige Niederlage und Gelb-Rote Karte
(GM) Deutlich mit 0:4 unterlag der SV Waldhof sein Heimspiel gegen Hansa Rostock und hatte dabei zu keinem Zeitpunkt eine Siegchance gegen einen stark auftretenden Gegner, der dem Team von Luc Holtz klar die Grenzten aufzeigte.
Beide Trainer waren sich nach der Begegnung einig: der Sieg von Hansa Rostock war – auch in der Höhe – vollkommen verdient. „Mit Ball und auch gegen den Ball war das heute ungenügend“, stellte ein enttäuschter Waldhof-Trainer fest, dessen Team den Rückrundenstart ohne Punkte und 2:9 Toren völlig verpatzte.
Auf drei Positionen veränderte Luc Holtz seine Mannschaft gegenüber der 2:5-Niederlage in Verl – Boyd, Diakhaby und Masca blieben draußen, dafür standen Iwe, Michel und Neuzugang Thill in der Startelf.
Die ersten Offensivaktionen der Begegnung gehören den Gästen, während der Waldhof, mit Lohkemper als einzige Spitze, etwas verhalten beginnt. Und mit dem zweiten gefährlichen Angriff geht Rostock auch prompt in Führung. Klünter kann die Hereingabe von Bergh nicht verhindern, die bei Naderi landet, der mit dem Rücken zum Tor den Ball auf Dirkner abprallen lässt und dessen Volleyhammer schlägt unhaltbar für Nijhius im Dreieck ein – 0:1 in der 12. Minute.
Fast wäre dem Waldhof wenig später die perfekte Antwort gelungen, als Feratis Freistoß den aufgerückten Ogbemudia erreicht, dessen Kopfball aber etwas zu hoch angesetzt war und über das Rostocker Tor geht (15.). Kurz darauf leistet sich Iwe im Laufduell gegen Naderi ein Foul und holt sich früh die Gelbe Karte ab (19.). Die Gäste kommen immer besser in die Partie und dann leistet sich Iwe sein zweites gelbwürdiges Foul, als er an der Seitenlinie gegen Majdr zu spät kommt und den Rostocker abräumt. Die Folge: die Gelb-Rote Karte für Iwe in der 30. Minute. Rückstand und einen Mann weniger, dazu das bisher wenig druckvolle Spiel der Waldhöfer, lassen nichts Gutes erahnen.
Und dann schlägt Rostock zum zweiten Mal zu. Ogbemudia will auf der rechten Abwehrseite im Zweikampf mit Naderi den Ball über die Torauslinie rollen lassen, doch der Rostocker windet sich vorbei, wobei er Ogbemudia äußerst schlecht aussehen lässt, flankt dann noch präzise in die Mitte auf Voglsammer, der sich ganz krumm macht und den halbhohen Ball per Kopf in die lange Ecke platziert, zum 0:2 (39.). Jetzt sieht es ganz düster aus für den Waldhof. Rostock sichert das Ergebnis, lässt nichts Gefährliches zu und nimmt den verdienten Vorsprung mit in die Pause.
Zum zweiten Spielabschnitt wechseln beide Teams je einmal. Beim Waldhof kommt Asallari ins Spiel, für Thill, der schon-gelb-verwarnt war, ebenso bei Rostock Majdr, den Neidhart ersetzt.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit verletzt sich Ogbemudia am Fuß, wird kurz behandelt, muss aber dann doch raus; für ihn kommt Thalhammer (53.). Trotz Unterzahl und Rückstand, versucht der Waldhof dranzubleiben und hat nach einem Eckball von Ferati eine gute Kopfballmöglichkeit durch Lohkemper, der den Ball aber zu zentral aufs Tor bringt und Rostocks Torhüter Uphoff hat keine Mühe, den Ball zu entschärfen (57.).
In der 66. Minute kollektives Aufspringen im Carl-Benz-Stadion. Ferati schickt durch die fast an der Mittellinie postierte Abwehrreihe der Gäste einen Steilpass auf den davoneilenden Lohkemper, der alleine auf Uphoff zustrebt, aus 15 Meter die linke Ecke anvisiert, aber blitzschnell zuckt Uphoffs rechter Fuß heraus und klärt den Ball zur Ecke. Was für eine Chance zum Anschlusstreffer, der vielleicht noch einmal „frische Energie ausgelöst hätte“, wie Luc Holtz hinterher bedauernd feststellte.
Direkt danach gehen Lohkemper und der kaum wirkungsvolle Ferati runter und Boyd und Neuzugang Bierschenk kommen neu in die Partie (67.). Auch Rostock bringt zwei frische Spieler aufs Feld, da klar wurde, dass sich der Waldhof noch nicht aufgegeben hat. Und tatsächlich hat in der 72. Minute der eingewechselte Bierschenk eine weitere Chance auf den Anschlusstreffer, schießt aber ganz knapp am Tor vorbei (72.).
Besser macht es auf der anderen Seite drei Minuten später der eingewechselte Holten, der eine klasse Vorarbeit von Naderi, der dabei hart aber erfolglos von Klünter bedrängt wurde, zum 0:3 verwertet – mehr als eine Vorentscheidung (75.).
Rostock lässt nun den Ball durch die eigenen Reihen laufen, lässt nichts mehr zu und der Waldhof findet keine Mittel die Gästeabwehr zu gefährden. In der 83. Minute noch einmal ein Wechsel auf beiden Seiten. Beim Waldhof geht Sechelmann runter und Kryeziu kommt ins Spiel und bei Rostock kommt Kinsombi für Naderi, der für alle drei Rostocker Toren die Vorarbeit geleistet hatte. Während beim Waldhof nichts mehr geht, zahlt sich der letzte Wechsel der Gäste umgehend aus. Nach Flanke von Harenbrock drischt Kinsombi den Ball volley und sehenswert zum 0:4 ins Waldhöfer Tor – ein Treffer, der es in die Auswahl zum Tor des Monats schaffen könnte (85.).
In den restlichen Minuten – einschließlich der fünfminütigen Nachspielzeit – passierte nichts Nennenswertes mehr. Durch die Niederlage rutscht der Waldhof auf Platz 12 runter und muss in der nächsten Woche zu Viktoria Köln, wo es sehr schwer werden wird, etwas zu holen.
SV Waldhof – FC Hansa Rostock 0:4 (0:2)
Waldhof: Nijhuis - Klünter, Hoffmann, Ogbemudia (53. Thalhammer), Sechelmann (83 Kryeziu), Sietan, Michel, Thill (46. Asallari), Ferati (67. Bierschenk), Iwe, Lohkemper (67. Boyd)
Rostock: Uphoff - Mejdr (46. Neidhart), Gürleyen, Carstens (78. Pfanne), Bergh, Schuster, Dirkner, Fatkic, Dietze (68. Harenbrock), Voglsammer (68. Holten), Naderi (83. Kinsombi)
Tore: 0:1 Dirkner (12.), 0:2 Voglsammer (39.), 0:3 Holten (75.), 0:4 Kinsombi (85.); Schiedsrichter: Lukas Benen; Zuschauer: 13.869; besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Iwe, wegen wiederholten Foulspiels.