Nach einem schweren Gewaltverbrechen am Heidelberger Bismarckplatz sitzen drei Jugendliche im Alter von 14, 16 und 17 Jahren in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, zwei junge Frauen gemeinschaftlich schwer verletzt zu haben. Die Ermittlungen dauern an.
Angriff nach zunächst verbaler Auseinandersetzung
Wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Polizeipräsidium Mannheim in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt gaben, ereignete sich die Tat am Abend des 11. Juli 2026 gegen 22.30 Uhr im Bereich des Bismarckplatzes. Nach bisherigem Ermittlungsstand sollen drei weibliche Jugendliche im Alter von 14, 16 und 17 Jahren zunächst in einen verbalen Streit mit zwei jungen Frauen geraten sein.
Im weiteren Verlauf soll die Auseinandersetzung eskaliert sein. Den Ermittlungen zufolge griffen die Tatverdächtigen die beiden Geschädigten im Alter von 15 und 18 Jahren gemeinschaftlich an und sollen dabei unter anderem Glasflaschen sowie ein Messer eingesetzt haben.
18-Jährige schwer verletzt
Die 18-jährige Geschädigte erlitt nach Angaben der Ermittler unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma, mehrere Stichverletzungen sowie tiefe Schnittverletzungen im Gesicht. Sie musste stationär in einem Krankenhaus behandelt werden.
Als ihre 15-jährige Schwester ihr nach einem kurzzeitigen Bewusstseinsverlust zu Hilfe eilte, soll auch sie von den Tatverdächtigen angegriffen worden sein. Dabei erlitt die Jugendliche Schnittverletzungen im Gesicht.
Nach der Tat sollen sich die drei Beschuldigten über die am Boden liegenden Verletzten lustig gemacht haben.
Haftbefehle vollstreckt
Die Ermittlungen wurden von der Staatsanwaltschaft Heidelberg und dem Polizeipräsidium Mannheim im Haus des Jugendrechts Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis geführt. Im Zuge der Ermittlungen konnten die drei Tatverdächtigen identifiziert werden.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Heidelberg Haftbefehle wegen des Verdachts der gemeinschaftlich begangenen gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung. Die Haftbefehle wurden am vergangenen Freitag vollstreckt. Anschließend wurden die drei Jugendlichen in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden war der schnelle Ermittlungserfolg insbesondere der engen Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei im Haus des Jugendrechts zu verdanken. Dort werden Jugendstrafverfahren gemeinsam bearbeitet und die Ermittlungen eng abgestimmt.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern weiterhin an.