Mit einer perfiden Betrugsmasche haben Kriminelle eine 88-jährige Frau in Mannheim-Käfertal um ihr Erspartes gebracht. Die Täter täuschten einen schweren Unfall ihres Sohnes vor und erbeuteten 50.000 Euro Bargeld.
Ein besonders dreister Fall von Telefonbetrug beschäftigt derzeit die Kriminalpolizei Mannheim. Am Donnerstagabend, 12. Juni 2026, wurde eine 88-jährige Seniorin aus dem Stadtteil Käfertal Opfer eines sogenannten Schockanrufs und verlor dabei ihr gesamtes Erspartes in Höhe von 50.000 Euro.
Gegen 19:30 Uhr erhielt die Frau einen Anruf eines unbekannten Mannes, der auf Russisch sprach. Er behauptete, ihr Sohn habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Sowohl der Sohn als auch die angeblichen Unfallgegner seien schwer verletzt und müssten dringend medizinisch behandelt werden.
Betrügerin gab sich als Schwiegertochter aus
Im weiteren Verlauf übernahm eine Frau das Gespräch, die sich als Schwiegertochter der Seniorin ausgab. Sie erklärte, für eine dringend notwendige Operation würden 90.000 Euro benötigt.
Als die 88-Jährige angab, 50.000 Euro Bargeld zu Hause zu haben, vereinbarten die Täter einen Treffpunkt für die Übergabe.
Am vereinbarten Ort wartete ein Mann, der ebenfalls fließend Russisch sprach und das Geld entgegennahm.
Täterbeschreibung veröffentlicht
Der Geldabholer wird wie folgt beschrieben:
- etwa 30 Jahre alt
- circa 160 bis 165 Zentimeter groß
- osteuropäisches Erscheinungsbild
- sprach fließend Russisch
Nach der Übergabe kehrte die Seniorin nach Hause zurück. Dort meldeten sich die Betrüger erneut telefonisch und verlangten weiteres Geld.
Glücklicherweise trafen zu diesem Zeitpunkt ihr Sohn und ihre Schwiegertochter ein. Erst dadurch wurde der Betrug erkannt.
Als die Täter bemerkten, dass ihre Geschichte aufgeflogen war, behaupteten sie am Telefon, alles sei ein Missverständnis gewesen und jemand sei bereits unterwegs, um die 50.000 Euro zurückzubringen. Dazu kam es jedoch nicht.
Kriminalpolizei bittet um Hinweise
Die Ermittlungen werden vom Fachdezernat der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg geführt.
Gesucht werden Zeugen, die am Donnerstagabend zwischen 19:45 Uhr und 20:15 Uhr im Bereich des Verbindungsweges zwischen der Hermann-Gutzmann-Schule und dem Gelände des VfB Gartenstadt verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben.
Polizei warnt vor Schockanrufen
Die Polizei weist erneut darauf hin, dass Behörden, Krankenhäuser oder Angehörige niemals telefonisch Bargeldforderungen stellen oder Geldübergaben organisieren.
Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sofort auflegen und die angeblich betroffenen Angehörigen direkt kontaktieren. Im Zweifel sollte umgehend die Polizei verständigt werden.
Zeugenaufruf: Hinweise zum Geldabholer oder zu verdächtigen Beobachtungen im Bereich zwischen der Hermann-Gutzmann-Schule und dem Gelände des VfB Gartenstadt nimmt die Kriminalpolizei unter dem Hinweistelefon 0621 / 174-4444 entgegen.