Zuzenhausen: 26-Jähriger nach Automatensprengungen in Untersuchungshaft

Zuzenhausen: 26-Jähriger nach Automatensprengungen in Untersuchungshaft

 

Nach monatelangen Ermittlungen haben Polizei und Staatsanwaltschaft einen 26-Jährigen festgenommen. Dem Mann wird vorgeworfen, in mehreren Fällen Zigaretten- und Fahrkartenautomaten mit selbstgebauten Sprengsätzen zerstört zu haben.

Ein 26 Jahre alter Mann sitzt seit Anfang Juni in Untersuchungshaft. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg erließ das Amtsgericht Heidelberg Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen. Ihm wird vorgeworfen, in drei Fällen Sprengstoffexplosionen herbeigeführt zu haben. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden soll er dabei zwei Taten mit Diebstählen und eine weitere Tat mit einem versuchten Diebstahl verbunden haben.

Zigarettenautomat am Bahnhof Zuzenhausen gesprengt

Nach bisherigem Ermittlungsstand soll der Beschuldigte am 30. November 2025 gegen 22.45 Uhr einen selbstgebauten Sprengsatz in einen Zigarettenautomaten am Bahnhof Zuzenhausen eingebracht und gezündet haben. Durch die Explosion wurde der Automat vollständig zerstört. Anschließend soll der Mann zahlreiche verstreute Zigarettenschachteln eingesammelt und mitgenommen haben.

Der Wert der erbeuteten Ware wird auf rund 1.000 Euro geschätzt. Am Automaten entstand ein Sachschaden von etwa 2.800 Euro.

Weitere Taten in Herbertingen und Heidelberg-Kirchheim

Die Ermittlungen führten die Kriminalpolizei zu zwei weiteren Fällen. So soll der 26-Jährige bereits am 27. November 2025 einen Fahrkartenautomaten im baden-württembergischen Herbertingen mit einer Sprengvorrichtung zerstört haben. Obwohl dabei ein Schaden von rund 32.000 Euro entstand, gelangte der Tatverdächtige nach bisherigen Erkenntnissen nicht an das Bargeld im Automaten.

Am 13. Dezember 2025 soll er zudem einen Zigarettenautomaten im Heidelberger Stadtteil Kirchheim gesprengt haben. Dabei wurden Zigaretten und ein geringer Bargeldbetrag erbeutet. Der Sachschaden belief sich auf rund 2.400 Euro.

Sprengstoffverdächtige Materialien bei Durchsuchung entdeckt

Nach intensiven Ermittlungen der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem Kriminalkommissariat Sigmaringen konnte der Tatverdächtige am 1. Juni 2026 lokalisiert und vorläufig festgenommen werden.

Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnräume fanden die Ermittler sprengstoffverdächtige Selbstlaborate sowie größere Mengen chemischer Ausgangsstoffe. Spezialisten des Landeskriminalamts Baden-Württemberg sicherten die aufgefundenen Materialien.

Am 2. Juni 2026 wurde der Haftbefehl wegen Fluchtgefahr eröffnet und in Vollzug gesetzt. Der 26-Jährige befindet sich seitdem in einer Justizvollzugsanstalt.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heidelberg und der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg dauern an.

Hinweis:
Bei Sprengungen von Automaten besteht erhebliche Gefahr für unbeteiligte Personen. Wer verdächtige Beobachtungen an Geld-, Fahrkarten- oder Zigarettenautomaten macht oder ungewöhnliche Manipulationen feststellt, sollte umgehend die Polizei verständigen und Abstand halten.