Mannheim: Ärzteschaft diskutiert Zukunft der Notfallversorgung
Die geplanten Klinikveränderungen in Mannheim rücken die Organisation der Notfallversorgung in den Fokus. Rund 250 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte haben gemeinsam mit Krankenhäusern, Leitstelle und Politik über die künftige Struktur beraten.
Neuordnung der Notfallversorgung
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die künftige Organisation der stationären Notfallversorgung. Mit der Schließung des Theresienkrankenhauses als Innenstadtstandort wird insbesondere eine Veränderung der sogenannten Selbsteinweiser erwartet – also Patientinnen und Patienten, die ohne Rettungsdienst oder ärztliche Überweisung eine Notaufnahme aufsuchen. Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Mannheim, Prof. Dr. Maurice Stephan Michel, betonte, das Klinikum sei sich seiner Verantwortung für die Versorgung der Stadt und der Region bewusst. Zugleich stelle die Neuordnung der Notfallstrukturen eine erhebliche organisatorische Aufgabe dar. Eine mögliche Überlastung der Zentralen Notaufnahme müsse vermieden werden. Nach seinen Angaben bedürfe ein Teil der Patientinnen und Patienten, die eigenständig eine Notaufnahme aufsuchen, nicht zwingend der Behandlung in einer Universitätsklinik. Vorrang hätten stets medizinisch bedrohliche Notfälle. Deshalb sei eine engere Abstimmung aller Beteiligten notwendig.Standort Diako wird ausgebaut
Das Brüderklinikum Julia Lanz kündigte an, die Notfallversorgung künftig vollständig am Standort Diako an der Speyerer Straße zu bündeln. Ab Mitte 2026 sollen dort die bisherigen Notfallstrukturen des Theresienkrankenhauses und des Diako zusammengeführt werden – einschließlich Herzkatheterlabor und erweiterter Notaufnahme. Geplant ist eine deutliche Vergrößerung der Zentralen Notaufnahme mit einer Ausrichtung auf rund 47.000 Patientenkontakte pro Jahr. Die radiologische Versorgung soll weiterhin durch eine Kooperation vor Ort sichergestellt bleiben. Nach Angaben des Krankenhauses werde der Standort künftig die Kriterien der „Erweiterten Notfallversorgung“ gemäß G-BA erfüllen. Zudem soll gemeinsam mit der Universitätsmedizin Mannheim eine Task Force eingerichtet werden, um die regionalen Notfallstrukturen weiter zu optimieren.Breiter Schulterschluss angekündigt
In der Diskussion wurde deutlich, dass die Veränderungen nur im Zusammenwirken aller Akteure gelingen können – von den Kliniken über die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bis hin zu Rettungsdienst, Leitstelle, Stadt und Land. Die hohe Beteiligung an der Veranstaltung zeigt, wie intensiv die geplanten Strukturveränderungen innerhalb der medizinischen Fachwelt diskutiert werden. Ziel bleibt eine stabile und leistungsfähige Notfallversorgung für die Bevölkerung Mannheims.Einordnung:
Mit der Verlagerung des Theresienkrankenhauses an das Diako und der Weiterentwicklung des Universitätsklinikums Mannheim verändern sich zentrale Strukturen der stationären Versorgung in der Stadt. Besonders die Steuerung von Notfallpatientinnen und -patienten gilt als entscheidender Faktor, um Überlastungen einzelner Einrichtungen künftig zu vermeiden.
Mit der Verlagerung des Theresienkrankenhauses an das Diako und der Weiterentwicklung des Universitätsklinikums Mannheim verändern sich zentrale Strukturen der stationären Versorgung in der Stadt. Besonders die Steuerung von Notfallpatientinnen und -patienten gilt als entscheidender Faktor, um Überlastungen einzelner Einrichtungen künftig zu vermeiden.