Mit Professor Lukas Bunse stärkt die Medizinische Fakultät Mannheim ihre Forschung im Bereich Neuroimmunologie und entwickelt neue Ansätze gegen Hirntumoren und neurologische Erkrankungen.
Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg baut ihre Forschung im Bereich moderner Immuntherapien weiter aus. Seit Anfang 2026 ist Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Lukas Bunse Inhaber der neu geschaffenen Professur für Neuroimmunologie mit Schwerpunkt Zelltherapie.
Die von der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung geförderte Stiftungsprofessur ist am Mannheim Center for Translational Neuroscience angesiedelt. Gleichzeitig hat Bunse die Leitung der neuen Sektion Neuroonkologie innerhalb der Neurologischen Klinik übernommen.
Im Mittelpunkt seiner Forschung stehen neue zelltherapeutische Ansätze zur Behandlung von Hirntumoren sowie neurologischen Autoimmunerkrankungen. Ziel ist es, das körpereigene Immunsystem gezielt gegen Erkrankungen des zentralen Nervensystems einzusetzen.
Genetisch veränderte Immunzellen gegen Tumore
Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe verfolgt Bunse einen translationalen Forschungsansatz. Dabei sollen neue immuntherapeutische Zielstrukturen identifiziert und anschließend in frühe klinische Studien überführt werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf genetisch modifizierten T-Zellen. Diese werden mit speziellen Immunrezeptoren ausgestattet, um Tumorzellen im Gehirn gezielt erkennen und bekämpfen zu können.
Darüber hinaus arbeitet die Forschungsgruppe daran, sogenannte tumorinfiltrierende Immunzellen funktionell zu verstärken. Dabei handelt es sich um Immunzellen, die bereits in das Tumorgewebe eingewandert sind und künftig effektiver gegen Krebszellen wirken sollen.
Neben Hirntumoren beschäftigt sich das Team auch mit autoimmunen und viralen Entzündungen des Gehirns und Rückenmarks.
Enge Verbindung von Forschung und Klinik
Die Arbeiten der Gruppe sind eng mit der klinischen Infrastruktur der Universitätsmedizin Mannheim verbunden. Dazu zählen Kooperationen mit dem klinischen Studienzentrum sowie der Biobank der Neurologischen Klinik.
Weitere Zusammenarbeit besteht mit Forschungseinrichtungen des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, darunter Analyseplattformen für Immungenomik sowie Programme zur Impfstoffentwicklung.
Professor Bunse gilt als national und international hervorragend vernetzt. Er ist unter anderem am Sonderforschungsbereich UNITE Glioblastoma beteiligt und seit 2023 Fellow im Hertie Network of Excellence in Clinical Neuroscience.
Für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurde Bunse bereits mehrfach ausgezeichnet. Zu den jüngsten Ehrungen zählen unter anderem der Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.
Mit der Berufung stärkt die Medizinische Fakultät Mannheim gezielt ihre Expertise im Bereich translationaler Neurowissenschaften und der Entwicklung neuer Immuntherapien.