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Brüssel: ÖDP-Abgeordnete Ripa warnt vor geplanter Gentechnik-Lockerung – „Verbraucherschutz geht vor“
swiftsciendewriting/Pixabay CC/PublicDomain

Brüssel: ÖDP-Abgeordnete Ripa warnt vor geplanter Gentechnik-Lockerung – „Verbraucherschutz geht vor“

Brüssel: ÖDP-Abgeordnete Ripa warnt vor geplanter Gentechnik-Lockerung – „Verbraucherschutz geht vor“

Die EU verhandelt neue Regeln für moderne Gentechniken. ÖDP-EU-Abgeordnete Manuela Ripa schlägt Alarm und fordert klare Kennzeichnung sowie echte Wahlfreiheit für Verbraucher.

Strikte Ablehnung der geplanten EU-Regelungen

Die EU arbeitet derzeit an einer Reform des Gentechnikrechts, das sogenannte Neue Gentechniken (NGT) wie Crispr/Cas betreffen soll. Nach einer vorläufigen Einigung der EU-Institutionen könnten künftig genveränderte Pflanzen ohne Kennzeichnung auf den europäischen Markt gelangen. Für Manuela Ripa, Europaabgeordnete der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP – Die Naturschutzpartei), ist das ein alarmierendes Szenario. „Ich bin strikt gegen die geplante Lockerung für sogenannte Neue Gentechniken in der Pflanzenzucht“, betont Ripa. Vor allem störe sie, dass Produkte aus solchen Verfahren künftig ohne Hinweis in den Regalen landen könnten. „Das geht gar nicht.“

Gefährdung von Umwelt, Verbraucherschutz und Saatgutvielfalt

Ripa kritisiert insbesondere die fehlende umfassende Risikobewertung. Ohne diese würden Umwelt- und Verbraucherschutz „massiv geschwächt“. Auch die geplante Patentfreiheit der neuen Gentechnikverfahren hält sie für problematisch: Dadurch könnten große Agrarkonzerne gestärkt und kleine sowie mittelständische Pflanzenzüchter benachteiligt werden – mit möglichen Folgen für die Saatgutvielfalt in Europa.

Parlament muss noch zustimmen – Ripa mobilisiert Unterstützung

Ganz entschieden sei die Sache jedoch noch nicht: Das EU-Parlament muss der Regelung abschließend zustimmen. Ripa sieht darin eine Chance, die Weichen noch zu verändern. Sie will weiter Überzeugungsarbeit leisten und ihre Kolleginnen und Kollegen dazu bewegen, gegen die Liberalisierung zu stimmen. Nach Ansicht der EU-Kommission beschleunigen die neuen Verfahren lediglich herkömmliche Züchtung. Für Ripa ist das eine falsche Einschätzung: Produkte aus gentechnischen Eingriffen gehörten weder auf den Acker noch auf den Teller. „Es gilt das Vorsorgeprinzip“, betont sie. Verbraucher müssten auch künftig bewusst zu gentechnikfreien Lebensmitteln greifen können – und genau deshalb sei ein Verzicht auf Kennzeichnung ein „No-Go“.
Hintergrund: Neue Gentechniken (NGT) in der EU

NGT umfassen biotechnologische Verfahren wie die Crispr/Cas-Genschere, mit denen Pflanzen gezielt verändert werden können. Während Befürworter auf höhere Erträge und bessere Widerstandsfähigkeit verweisen, warnen Kritiker vor unklaren Risiken für Umwelt und Gesundheit. Die anstehende Entscheidung des EU-Parlaments gilt daher als richtungsweisend für den zukünftigen Umgang mit Gentechnologie in Europa.

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