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Berlin: Neue Umfrage zeigt große Wertschätzung fürs Ehrenamt – doch viele bleiben unbeteiligt

Berlin: Neue Umfrage zeigt große Wertschätzung fürs Ehrenamt – doch viele bleiben unbeteiligt

Eine Doctolib-Befragung mit dem Deutschen Roten Kreuz offenbart: Engagement ist wichtig, doch ein Drittel der Menschen hat sich noch nie ehrenamtlich eingebracht.

Hohe Wertschätzung – geringe Teilnahme

Gesellschaftliches Engagement genießt in Deutschland hohen Stellenwert – das zeigt eine aktuelle Online-Befragung von Doctolib und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) unter 2.403 Nutzerinnen und Nutzern. Demnach halten 92 Prozent Ehrenamt für wichtig. Gleichzeitig hat sich mehr als ein Drittel (37 Prozent) noch nie engagiert. Weitere 24 Prozent sind regelmäßig aktiv, 12 Prozent gelegentlich, 19 Prozent waren früher im Ehrenamt tätig und 8 Prozent planen den Einstieg. Die zeitlichen Möglichkeiten variieren deutlich: 37 Prozent bringen zwei bis fünf Stunden im Monat ein, 27 Prozent rund sechs bis zehn Stunden, 24 Prozent sogar mehr als zehn Stunden.

Beliebte Engagementfelder

Wer aktiv ist oder darüber nachdenkt, konzentriert sich häufig auf Bildung, Jugend, Sport und Kultur (45 Prozent). In Pflege, Betreuung und Alltagshilfe engagieren sich 23 Prozent. Weitere Bereiche sind Gesundheit, Erste Hilfe und Blutspende (21 Prozent), interkulturelle Begegnungen und psychosoziale Unterstützung (10 Prozent) sowie Krisen- und Katastrophenhilfe oder Tierschutz, Nachbarschafts- und Vereinsarbeit (9 Prozent).

Was motiviert – und was bremst?

Sinnstiftung (47 Prozent), Verantwortungsübernahme (38 Prozent) und die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten wirkungsvoll einzusetzen (35 Prozent), gehören zu den wichtigsten Beweggründen. Dem gegenüber stehen aber deutliche Hürden: Zeitmangel (58 Prozent), gesundheitliche Gründe (25 Prozent), andere Prioritäten (14 Prozent) und fehlende Informationen zu passenden Angeboten (11 Prozent). Fast ein Fünftel würde sich engagieren, wenn klar erkenntlich wäre, wo besonders dringender Bedarf besteht.

Positive Effekte – aber auch Belastung

Die Mehrheit der Aktiven berichtet von spürbaren Vorteilen: 71 Prozent erleben ihr Engagement als bereichernd für die seelische Gesundheit und das eigene Wohlbefinden. Viele fühlen sich sozial stärker eingebunden. Gleichzeitig geben 55 Prozent an, sich durch das Ehrenamt gelegentlich belastet zu fühlen. „Ehrenamt stärkt unseren Zusammenhalt und schafft persönliche Freiräume“, sagt Meike Dietzel, HR-Verantwortliche bei Doctolib. Das Unternehmen unterstützt Engagement mit sogenannten „Solidarity Days“ und verweist darauf, dass digitale Terminorganisation in der App auch Angehörigenpflege und Alltag erleichtern kann.

Digitalisierung als Türöffner

In digitalen Werkzeugen sehen viele Befragte eine Chance, Hürden abzubauen: 41 Prozent wünschen bessere digitale Terminplanung und flexiblere Zeiteinteilung, 40 Prozent eine einfache Online-Suche nach passenden Engagements. Zudem wünschen sich 37 Prozent mehr Transparenz zu Organisationen und Projekten. „Digitalisierung verbindet uns schneller mit Menschen, die Hilfe brauchen – und hilft, neue Freiwillige zu begeistern“, betont Annette Strauß, ehrenamtliche DRK-Bundesleiterin der Wohlfahrts- und Sozialarbeit in Dresden. Gleichzeitig bleibe persönlicher Kontakt zentral: „Technologie erleichtert uns das Ehrenamt, damit wir uns auf das konzentrieren können, was wirklich zählt – den Menschen.“
Hintergrund zur Befragung

Die Online-Umfrage wurde im November 2025 über die App und Website von Doctolib durchgeführt. Die 2.403 Teilnehmenden liefern kein repräsentatives Bild, jedoch ein aktuelles Stimmungsbarometer zum Ehrenamt in Deutschland. Weiterführende Informationen und einen Test zur Engagement-Eignung bietet das DRK online unter drk.de.

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