Die Oper „Die Ausflüge des Herrn Brouček“ von Leoš Janaček erhält viel Jubel und Applaus vom Premierenpublikum
Die diesjährige Hausoper der Bregenzer Festspiele „Die Ausflüge des Herrn Brouček“ wurde bei der Premiere am 23. Juli 2026 sehr bejubelt und es gab viel Applaus für die Inszenierung von Leoš Janačeks selten gespielter Oper.
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Sie wird im Großen Saal des Festspielhauses aufgeführt, in dem jedes Jahr aufs Neue dem Publikum Raritäten der Opernliteratur mit Leben gefüllt angeboten werden. Diese Produktion wird nur drei mal aufgeführt, neben dem 23.7. und 26.7. nur noch am 3. August 2026.
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Die Oper in zwei Teilen (1908-17, rev. 1920, 1926) des tschechischen Komponisten Leoš Janaček (1854-1928) wurde 1920 am Nationaltheater Prag uraufgeführt. Das Libretto hat der Komponist selbst nach einem Roman von Svatopluk Čech geschrieben. Es ist eine Gesellschaftssatire, die das Kleinbürgertum und auch die elitäre Künstlerszene im Prag seiner Zeit aufs Korn nimmt. Gesungen wird in tschechischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.
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Lilli Paasikivi, die Intendantin der Bregenzer Festspiele freut sich mit den Solisten und dem Kreativ-Team über die grandiose Premiere.
Im Zentrum der Rahmenhandlung, die der US-amerikanische Regisseur Yuval Sharon 1988 spielen lässt, steht ein Prager Bürger, Matěj Brouček, über den man zunächst erfährt, dass er als Hausbesitzer Wohnungen vermietet, gerne Bier trinkt und deftige Speisen mag und sein Lieblingsplatz der Sessel vor seinem Fernseher ist. Für die Welt außerhalb seines Wohnzimmers und vielleicht noch seiner Stammkneipe scheint er sich kaum zu interessieren. Brouček wird großartig gesungen und dargestellt vom englischen Tenor Peter Hoare.
Der weitere Verlauf der Oper führt den Herrn Brouček dann in zwei völlig verschiedene Welten, zumindest solange der Alkohol noch seine Wirkung zeigt. Im ersten Teil verlässt er die Erde, schießt mit seinem kleinen Häuschen durch das All und es wird ein Ausflug zum Mond. Und im zweiten Teil befindet er auf einer Zeitreise und wird in die Zeit seiner Vorfahren im 15. Jahrhundert vesetzt.
Jon Bausor, der für die Gestaltung des spektakulären Bühnenbilds und der Kostüme verantwortlich ist, lässt Brouček in einem kleinen Häuschen wohnen, das ein flugfähiges Haus ist, das zu einer Rakete aus Holz wird, die sich um 180 Grad um Brouček drehend durch das Weltall fliegt und ihn auf den Mond katapultiert - das meistert der dabei nur an einem Seil hängende singende Peter Hoare grandios, die Illusion ist perfekt. Das Häuschen wurde dafür an den Hubmast eines Gabelstaplers geschraubt, der es drehen und kippen lassen kann. Der Mond mit den abgehobenen Mondmenschen, die nur von Poesie und dem Duft der Blumen leben, ist offensichtlich nicht der richtige Ort für Brouček.
Sehr beeindruckend gestaltet ist auch im zweiten Teil, wie sich langsam der „Keller der Geschichte“ für Brouček öffnet und er hinabsteigt in das Jahr 1420, in die Zeit der Hussitenkriege, einer religiösen und revolutionären Reformbewegung im Böhmen des 15. Jahrhunderts, benannt nach dem tschechischen Reformator Jan Hus, der als Ketzer hingerichtet wurde. Das war auch nicht Broučeks Welt.
Die Videoeinspielungen von Hanna Wasileski holen den Zuschauer ab und nehmen ihn mit auf die Reise.
Neben Peter Hoare als Matěj Brouček zeigen auch die Besetzungen der weiteren Rollen sängerische und darstellerische Höchstleistungen: Mihails Culpajevs (Mazal, Blankytnýý, Petřík), Károly Szemerédy (Sakristan, Lunobor, Domšík), Tatev Baroyan (Málinka, Etherea, Kunka), Jan Stava (Würfl, Čaroskvoucí, Schöffe), Gaja Napast (Číšníček, Wunderkind, Student), Jana Kurucová (Kedruta), Svatopluk Sem (Svatopluk Čech, I. Táborita), Linard Vrielink (Komponist, Harfoboj, Miroslav Zlatník), Paul Curievici (Maler, Duhoslav, Stimme des Professors, Vojta od Pávů, II. Táborita), Lukáš Bařák (Dichter, anderer Dichter, Oblačný, Vacek Bradatý).
Text und Foto: Diana Rasch


















































