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Es gleicht einem Fehler-Suchbild: Selbst im direkten Vergleich sind die Unterschiede kaum zu erkennen. Die Darstellung dient der Veranschaulichung und wurde KI-generiert; die gezeigten Seiten existieren so nicht. Wie viele Unterschiede finden Sie? Bild: KI-generiert

KEHL: Täuschend echt – Neue Qualität bei inoffiziellen Online-Angeboten

KEHL: Täuschend echt – Neue Qualität bei inoffiziellen Online-Angeboten

Ein Fall aus der Beratungspraxis des Europäischen Verbraucherzentrums zeigt, wie professionell private Online-Serviceseiten offiziellen Angeboten ähneln – und dabei Kosten verursachen.

Was haben deutsche Rentenauskünfte und das Vereinigte Königreich gemeinsam? Aktuell mehr, als viele Nutzer erwarten würden. Ein Fall aus der Beratungspraxis des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland verdeutlicht, wie überzeugend private Online-Serviceseiten aus dem Ausland inzwischen an offizielle Angebote heranrücken.

Der kostenpflichtige Umweg über externe Dienste ist nicht neu. Neu ist jedoch, wie professionell er heute gestaltet ist. Selbst im direkten Vergleich sind Unterschiede kaum zu erkennen. Die Darstellung dient der Veranschaulichung und wurde KI-generiert; die gezeigten Seiten existieren so nicht.

Ein Verbraucher wandte sich an das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland, nachdem er einen privaten Online-Service zur Rentenauskunft genutzt hatte, ohne dies zu erkennen. Er zahlte für eine Auskunft, die eigentlich kostenlos erhältlich ist. Farben, Logo, Name, Seitenaufbau und sogar die Internetadresse orientierten sich eng am offiziellen Angebot. Die Texte waren fehlerfrei formuliert, die Nutzerführung klar strukturiert.

Erst beim genaueren Hinsehen – etwa durch kleine Buchstabendreher in der Internetadresse oder beim Blick ins Impressum – wurde deutlich, dass es sich nicht um die offizielle Webseite der Deutschen Rentenversicherung handelte. Der Anbieter hat seinen Sitz im Vereinigten Königreich.

Vergleichbare kostenpflichtige Umwege finden sich auch in anderen Bereichen der digitalen Verwaltung, etwa bei Personenstandsdokumenten, Meldeangelegenheiten oder Einträgen in öffentliche Register. Gemeinsam ist diesen Angeboten, dass sie offiziell wirken, tatsächlich aber von privaten Anbietern betrieben werden und kostenpflichtig sind.

Rechtliche Fragen im Einzelfall

Die rechtliche Bewertung solcher Angebote hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Problematisch kann es werden, wenn der Eindruck entsteht, es handele sich um ein offizielles Angebot, obwohl nur eine private Vermittlung erfolgt.

Auch die konkrete Ausgestaltung spielt eine Rolle: Bleibt das gesetzliche Widerrufsrecht bestehen oder wird ein Vertrag nur unter Verzicht auf dieses Recht ermöglicht? Und entspricht der beworbene Leistungsumfang dem, was tatsächlich erbracht wird? In der Praxis zeigt sich, dass teilweise lediglich Formulardaten automatisiert weitergeleitet oder allgemeine Informationen bereitgestellt werden. Die eigentliche behördliche Entscheidung oder Ausstellung erfolgt weiterhin durch die offizielle Stelle – dort in der Regel kostenfrei.

Hinzu kommt, dass nicht immer klar erkennbar ist, ob und wann ein kostenpflichtiger Vertrag zustande kommt. Gerade bei Angeboten, die wie offizielle Online-Formulare wirken, berichten Betroffene, erst spät bemerkt zu haben, eine zahlungspflichtige Bestellung ausgelöst zu haben. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass der letzte Klick eindeutig auf eine Zahlungspflicht hinweisen muss. Ob diese sogenannte Buttonlösung eingehalten wurde, kann im Nachgang entscheidend sein.

Karolina Wojtal, Juristin und Co-Leiterin des Europäischen Verbraucherzentrums, warnt: Diese Angebote haben eine neue Qualität erreicht – und die Verwechslungsgefahr wird weiter zunehmen. Künstliche Intelligenz ermögliche es, Layouts und Texte schnell und präzise an offizielle Webseiten anzugleichen. Für Verbraucher werde es dadurch zunehmend schwieriger, private Dienste von staatlichen Angeboten zu unterscheiden.

Worauf Verbraucher achten sollten

Bei digitalen Verwaltungsangeboten lohnt sich ein genauer Blick:

Analysieren Sie die URL. Jeder Buchstabe in der Internetadresse zählt. Schon kleine Abweichungen können auf private Anbieter hinweisen.

Verlassen Sie sich nicht auf die Reihenfolge bei Google. Suchergebnisse können durch Zahlungen beeinflusst sein. Was ganz oben steht, ist nicht automatisch offiziell.

Geben Sie sensible Daten wie die Sozialversicherungsnummer nicht leichtfertig weiter.

Prüfen Sie das Impressum. Es zeigt, wer hinter dem Angebot steht und aus welchem Land es betrieben wird. Ein fehlendes Impressum ist ein Warnsignal.

Mehr Informationen zu Abo-Fallen sowie Kontakt für Presseanfragen: Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland, c/o Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., Bahnhofsplatz 3, 77694 Kehl, Telefon +49 7851 991 48-40, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., www.evz.de. Finanziert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der zuständigen Bewilligungsbehörde wider.

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