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Mayen-Koblenz: Neue Beweise belasten Schweinezucht eines Bauernfunktionärs – ANINOVA veröffentlicht weiteres Material
Tierrechtsorganisation ANINOVA erhält neue Videos und Prüfunterlagen über Missstände in Schweinezucht – Betrieb des Bauernfunktionärs stand in Verbindung zu Westfleisch.
Nach den jüngsten Enthüllungen der Tierrechtsorganisation ANINOVA über katastrophale Zustände in einer Schweinezucht in Halver (NRW) geraten nun auch die Verbindungen nach Rheinland-Pfalz zunehmend in den Fokus. Der Betreiber der Anlage ist gleichzeitig Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V., Kreisverband Mayen-Koblenz sowie des Kreisverbands Ahrweiler.
Insider liefern belastendes Material
Wie ANINOVA mitteilt, haben sich nach der Veröffentlichung mehrere Personen mit weiteren Beweisen an die Organisation gewandt. Dabei handelt es sich um neues Videomaterial aus dem Jahr 2024 sowie um interne Prüf- und Kontrollunterlagen. Diese Dokumente belegen, dass die Missstände seit Jahren bekannt waren, ohne dass wirksame Konsequenzen folgten. Die Aufnahmen zeigen kranke, verletzte und abgemagerte Tiere in dunklen und unhygienischen Stallungen. Laut ANINOVA dokumentieren die internen QS-Unterlagen wiederholte Verstöße, die bereits seit 2016 bestehen.
Langjährige Mängel und auffällige Prüfberichte
Bereits 2016 bemängelten Prüfer fehlendes Beschäftigungsmaterial, kurzfristige Überbelegung und Unordnung auf dem Gelände. 2023 wurden erneut gravierende Defekte festgestellt – unter anderem bei Tränken, Beleuchtung und Wasserversorgung. Trotz mehrfacher Ermahnungen erfolgte erst im Frühjahr 2024 eine teilweise Nachbesserung. Schon damals drohte der Entzug des QS-Prüfzeichens. Nach Angaben aus den Unterlagen werden in dem Betrieb rund 440 Sauen und 2.300 Ferkel gehalten. Seit 2015 bestand eine Zusammenarbeit mit dem Fleischunternehmen Westfleisch im Rahmen des Programms „BestFerkel“. Zwar erklärte Westfleisch, seit 2022 keine Lieferbeziehung mehr zu unterhalten, doch in einem QS-Prüfbericht aus 2023 wird das Unternehmen weiterhin als „QS-Bündler“ geführt – und war somit in die Kontrollkoordination eingebunden. Diese Verbindung sei mittlerweile beendet, teilte Westfleisch mit.
Interessenkonflikte und öffentliche Kritik
Brisant ist die Doppelfunktion des Betriebsleiters: Als Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau vertritt er zugleich die Interessen der Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz. Tierschützer sehen darin einen deutlichen Interessenkonflikt. „Diese neuen Informationen zeigen, dass die Zustände in diesem Betrieb kein Ausrutscher sind, sondern das Ergebnis jahrelanger Nachlässigkeit“, erklärt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA. „Wenn über Jahre hinweg dieselben Verstöße dokumentiert werden, ohne dass sich etwas ändert, dann ist das ein strukturelles Problem – nicht nur beim Betreiber, sondern auch bei den Kontrollmechanismen selbst.“
Staatsanwaltschaft ermittelt – QS sperrt den Betrieb
ANINOVA hat das neue Videomaterial und die Kontrollunterlagen der Staatsanwaltschaft Dortmund, Zentralstelle für Umweltkriminalität (Az. 76 Js 5/25), übergeben. Auch das zuständige Veterinäramt bestätigte auf Nachfrage, dass es wiederholt Beanstandungen gegeben habe. Inzwischen hat das Qualitätssicherungssystem QS reagiert und den Betrieb gesperrt. Peifer fordert ein konsequentes Handeln: „Es reicht nicht, Missstände immer wieder zu dokumentieren – sie müssen endlich Konsequenzen haben.“
Öffentliche Reaktionen und Forderungen
Das veröffentlichte Videomaterial erzielte auf sozialen Netzwerken enorme Reichweite – allein auf Instagram wurde es über 960.000 Mal aufgerufen. Viele Nutzerinnen und Nutzer reagierten bestürzt, andere lobten ANINOVA für die Aufdeckung der Zustände. Die Organisation ruft Verbraucherinnen und Verbraucher auf, tierische Produkte zu meiden und sich für eine pflanzliche, tierleidfreie Lebensweise zu entscheiden. Weitere Informationen und das neue Videomaterial sind auf der Website von ANINOVA abrufbar (www.aninova.org ).
Hintergrund: Das QS-System
Das „QS-Prüfzeichen“ steht für kontrollierte Qualitätssicherung entlang der gesamten Lebensmittelkette – von der Landwirtschaft bis zur Verarbeitung. Betriebe, die gegen die Standards verstoßen, können gesperrt oder aus dem System ausgeschlossen werden. Der Fall aus Halver zeigt jedoch, wie schwerwiegend die Folgen ausbleibender Konsequenzen sein können.